Erfolgreicher Saisonauftakt für Freudenberg Racing in der Lausitz

Klettwitz, Deutschland. Das Freudenberg Racing Team ist am Wochenende erfolgreich in die Saison 2015 der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft gestartet. Dabei gab es für das Team aus Bischofswerda in Sachsen insgesamt fünf Podestplätze und mehrere Überraschungen zu feiern.

Superstock 1000

Das Projekt. Das Freudenberg Racing Team tritt 2015 in insgesamt vier verschiedenen Klassen der Deutschen Motorradmeisterschaft an. Dabei engagiert sich die Mannschaft erstmals in der Top-Klasse der Superbike-Kategorie. Zusammen mit dem Österreicher Lukas Trautmann, der im letzten Jahr mit Freudenbergs alle acht Rennen zum Yamaha R6 Cup und damit den Meistertitel gewonnen hatte, ist man in die Superstock-Klasse eingestiegen. Auf der neuen Yamaha R1M soll das Nachwuchstalent für Furore sorgen. Die Superstock-Klasse ist der Superbike-Kategorie sehr ähnlich, allerdings kostengünstiger, da weniger getunt werden darf.

Qualifying. Trautmann schaffte schon bei seiner ersten Teilnahme in der großen Klasse den Einzug in die Superpole, ein zehnminütiges Shootout um die ersten drei Startreihen. Dabei fuhr er zu einer unglaublichen Zeit von 1:39,025 Minuten zum fünften Startplatz, ließ in dieser Session einige der getunten Superbikes hinter sich. Auf die Pole-Zeit von Markenkollege Max Neukirchner fehlten dem Österreich 1,586 Sekunden.

Rennen. Im ersten Lauf machte Trautmann die Sensation perfekt: Bei seiner ersten Teilnahme konnte der 19-jährige gleich den Sieg in der Superstock-Klasse herausfahren. Damit aber nicht genug: Er landete auch auf dem starken fünften Gesamtrang von 25 gestarteten Piloten.

Im zweiten Lauf konnte Trautmann das Ziel nicht sehen: Schon auf der ersten Runde war der Yamaha-Pilot gestürzt und musste vorsorglich zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht werden. Der Befund von Röntgen und CRT-Scan steht noch aus.

Moto3-GP / Moto3 Standard

Das Projekt. Im Rahmen der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft wird 2015 wieder eine Nachwuchsrennserie in der Moto3-Kategorie durchgeführt. Ziel ist es, junge Talente auf spätere aufgaben in der gleichnamigen Klasse in der Weltmeisterschaft vorzubereiten. Dazu haben sich in Deutschland der ADAC, der Dachverband DMSB, der Honda Racing Corporation (HRC) und Promoter HMP Events zusammengetan. Angetreten wird in zwei Kategorien: Die Moto3-GP ist technisch näher an der Weltmeisterschaft dran und an den Maschinen gibt es mehr Freiheiten. In der Moto3-Standard wird mit Einheits-Honda NSF250 gefahren. Das Freudenberg Racing Team schickt dieses Jahr Jonas Geitner mit einer KTM RC250R in die Moto3-GP, Tim Georgi und Matthias Meggle fahren in der Standard-Klasse.

Moto3-GP: Training/Rennen. Jonas Geitner hat das Wochenende in der Moto3-GP-Klasse dominiert. Der 18-Jährige fuhr in den Qualifyings klar die Pole Position heraus und klassierte sich in 1:49,631 Minuten um über eine Sekunde vor dem Rest des Feldes. Auch das Rennen hatte Geitner im Griff: Im Ziel hatte er 23 Sekunden Vorsprung auf den nächsten Verfolger auf der Strecke, auf den Zweitplatzierten der M3GP-Klasse sogar 51 Sekunden.

Moto3-Standard: Training/Rennen. Tim Georgi hat einen starken Einstand in der Standard-Klasse der Moto3 gefeiert und sich den ersten Saisonsieg geschnappt. Im Training war er bereits den Gesamt-Zweiten Startplatz herausgefahren und musste sich nur Teamkollege Geitner geschlagen geben. Im Rennen fuhr er erneut zum zweiten Gesamtrang und gewann die Standard-Klasse.

Teamkollege Matthias Meggle blieb das ganze Wochenende im Windschatten Georgis, konnte sich aber im Rennen noch einmal steigern. Vom vierten Startplatz aus schraubte er auf den 15 Runden am Sonntag seine persönliche Bestzeit um fast eine weitere Sekunde nach unten und sah das Ziel auf Gesamtrang drei. Er durfte als Zweiter der Standard-Wertung mit auf das Podest.

Yamaha R6-Dunlop Cup

Nachdem das Freudenberg Racing Team im Vorjahr die Gold- und Bronze-Medaille der Gesamtwertung im Yamaha R6-Dunlop-Cup mit Lukas Trautmann und Max Fritzsch gewonnen hatte, entschied man sich auch in diesem Jahr zu einer Fortführung des Engagements in dieser Klasse. Mit Lukas Tulovic hat man den amtierenden Vize-Meister des ADAC Junior Cup powered by KTM unter Vertrag genommen und versucht an die Erfolge aus 2014 anzuknüpfen.

Qualifying. Tulovic präsentierte sich bereits in den Trainings stark und sicherte sich in 1:47,232 Minuten den fünften Startplatz. Der Freudenberg-MotBikes-Pilot blieb damit 0,768 Sekunden hinter der Pole Position Zeit von Colin Rossi und startete als Fünfter aus der zweiten Reihe.

Rennen. Tulovic war von Beginn an bei der Musik dabei: Nach einem starken Start hatte er sich in die Spitzengruppe gemischt und schnupperte zeitweise sogar die erste Führungsluft im Yamaha R6-Dunlop-Cup. Der 14-Jährige kämpfte mit Manou Antweiler und Maurice Ullrich um die Führung und durfte sich im Ziel über Rang drei auf dem Podest freuen. Mit seinen 14 Jahren zählt er zu den allerjüngsten Podiums-Besuchern in der langen und erfolgreichen Yamaha Cup Geschichte.

Stimmen der Fahrer

Lukas Trautmann – 1. Platz / DNF – Superstock 1000:
Nach einem solchen Wochenende fehlen einem etwas die Worte. Bis zum Ende des ersten Rennens war alles perfekt gelaufen: Ich habe mich auf der Yamaha R1M super gefühlt, wir haben immens viel getestet und ich konnte hier gleich vorn gut mithalten. In der Superstock-Wertung war ich an der Spitze und ich habe auch einige Superbikes hinter mir halten können. Die Superpole war eine neue Erfahrung für mich, auch mit dem weichen Qualifyer-Reifen, aber die Zeit von 1:39,025 Minuten war der Hammer. Im ersten Rennen habe ich die Superstock-Wertung gewonnen und war sogar Gesamt-Fünfter. Im zweiten Rennen bin ich leider auf der Geraden zur Apcoa Kehre gestürzt. Schade, aber das passiert manchmal. Wir haben aber auf jeden Fall gezeigt, dass wir hier ganz vorn mitmischen können.

Jonas Geitner – 1. Platz – Moto3-GP:
Es ist vom ersten Training an damit losgegangen, dass wir ein bisschen die Oberhand hatten. Es ist natürlich etwas hart, da mir hier noch etwas Konkurrenz fehlt. Ich hoffe, dass das noch etwas zunimmt und dann wird das ganze auch etwas spaßiger. Es war ein einsames Rennen, es wäre schon schön gewesen, wenn Ernst (Dubbink) noch etwas länger dabei gewesen wäre. Jetzt müssen wir hoffen, dass bei den nächsten Rennen ein bisschen besseres Fahrerfeld zusammen kommt und dann hoffe ich etwas dazuzulernen. Das Team hat einen Super-Job gemacht, wie immer.

Tim Georgi – 1. Platz – Moto3-Standard:
Es lief von Anfang an sehr gut, wir konnten richtig schnelle Zeiten fahren und uns das ganze Wochenende über steigern und das hat dann heute zu dem Ergebnis geführt. Der Start war eigentlich ziemlich schlecht, ich kam dann auch irgendwie das ganze Rennen über nicht richtig in Schwung. Nach vier Runden habe ich dann in meiner Klasse geführt und habe dann auch das Rennen sauber zu Ende gefahren.

Matthias Meggle – 2. Platz – Moto3-Standard:
Ich bin zufrieden mit dem Saisonauftakt hier, denn ich konnte mich immer weiter steigern. Am Anfang ist es noch nicht so gut gegangen, aber zum Schluss bin ich im Rennen doch richtig gute Rundenzeiten konstant gefahren. Jetzt muss ich schauen, dass ich zum nächsten Rennen näher an Timi [Tim Georgi] herankomme.

Lukas Tulovic – 3. Platz – Yamaha R6-Dunlop-Cup:
„Durch meine guten Vorbereitungen auf die Saison war ich schon von Anfang an gut dabei. Im Qualifying bin ich Fünfter geworden und hatte nur wenig Rückstand nach ganz vorne. Da war mir dann klar, dass nach oben alles offen ist. Im Rennen habe ich dann einen Mega-Start erwischt und bin gleich auf zwei nach vorn gefahren. Das Motorrad hat sich richtig gut angefühlt und dann habe ich sogar mal kurz geführt. Ich habe dann zwei Fehler gemacht und bin auf den dritten Platz zurückgefallen und konnte das dann auch bis ins Ziel halten. Für mein erstes Rennen als Youngster war das schon weit mehr, als ich mir erträumt hatte!“

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